MOBILIAR CUP: DER UHC USTER ERKNORZT SICH DEN VIERTELFINAL
Es sind die Mysterien des Sports: Erst in der Overtime schafft es der UHC Uster, die Kloten-Dietlikon Jets im heutigen Cup-Achtelfinal in die Knie zu zwingen – jenen Gegner notabene, den man am Wochenende davor in der Meisterschaft auswärts noch mit 11:0 deklassiert hatte. Doch in diesem K.O.-Spiel vor 287 Zuschauern im heimischen Buchholz passte auf Zürcher Oberländer Seite zu oft nicht allzuviel zusammen.
Es schien, als hätte Johannes Wilhelmsson seinen ganzen über das Spiel hinweg neben der wenig zufriedenstellenden Leistung seines Teams auch über einige Reibereien mit den Referees aufgestauten Frust in jenen Schuss ins nahe hohe Eck des Klotener Gehäuses gesetzt, mit dem er in der vierten Minute der Verlängerung doch noch die Erlösung über seine Mannschaft brachte und die Qualifikation für den Cup-Viertelfinal bewerkstelligte. Es hätte tatsächlich gar nicht erst soweit kommen müssen, obwohl die Ustermer im Vergleich zu den vergangenen Partien einen eher fahrigen, zuweilen auch etwas unkonzentriert wirkenden Auftritt auf den Unihockeyboden legten. Davon nicht ausgenommen war auch die in den vergangenen beiden Partien so überzeugend auftretende und durch ihre Spielfreude auffallende zweite Linie um Center Yves Klöti, deren zuletzt so erfolgreiches Kombinationsspiel an diesem Abend allzu oft in der Kelle oder den Beinen eines Gegenspielers ein Ende fand.
Es dauerte bis in die 37. Minute, bis die Ustermer in dieser Cuppartie erstmals in Front lagen, nachdem Adam Lundgren und Daniels Jānis Anis zweimal eine Klotener Führung hatten ausgleichen können. Für einmal hatte besagte zweite Linie mittels eines durch Anis in der gegnerischen Ecke ausgeführten Freischlags eine dieser wunderbar gespielten Kombinationen über die Stationen Yves Klöti und Wilhelmsson zu Torschütze Timon Anderegg zelebriert, bei denen sämtlichen Gegenspielern nur die Rolle von Zuschauern zuteilkam. Beinahe hätte Anis kurz vor dem zweiten Pausentee noch auf 4:2 erhöht, doch prallte sein Schuss an den Pfosten, nachdem in diesem Mitteldrittel bereits Loris Murer einen Lattenknaller zu beklagen hatte.
Nachdem nach wenigen Sekunden im letzten Spielabschnitt mit dem an diesem Abend mit viel Drang zum Tor ausgestatteten Niklas Nussbaumer auch ein Klotener ein metallenes Ausrufezeichen gesetzt hatte, war dann Anis in der 43. Minute doch noch für den Ustermer Zweitorevorsprung besorgt, wobei er bei seinem Abschluss Gegenspieler Pyry Kauppinen geschickt als Sichtbarriere für dessen Goalie Ilja Brunner genutzt hatte. Es war dann erneut Anis, der auf ein weites Zuspiel Wilhelmssons nur zwei Minuten nach dem raschen Anschlusstreffer Nico Mutters wieder um zwei Längen vorlegte. Allerdings bewerkstelligte auch nur drei Zeigerumdrehungen später wiederum Mutter, der wie Assistgeber Johan Larsson in dieser Partie weitaus besser aufspielte als noch vor Wochenfrist, den vierten Klotener Treffer.
In weiterer Folge bewiesen die Zürcher Unterländer Nerven: Sie warteten bis knapp eine Minute vor der der Schlusssirene zu, bis sie Keper Brunner durch einen sechsten Feldspieler ersetzten. Das Timeout zogen sie sogar erst 25 Sekunden vor Torschluss. Kurz zuvor hatte Lundgren nach einem Fehler Kauppinens die grosse Möglichkeit verpasst, für die Vorentscheidung zu sorgen: Sein Schuss Richtung leeres Klotener Tor blieb in den Füssen von Jere Mattila hängen. Der Deutsch-Schwede hätte seinem Team einiges an Aufregung ersparen können, denn den Jets gelang doch tatsächlich noch der Ausgleich, wobei die Spielzeit von 59:59 gleich zweimal eine bedeutende Rolle spielte: Erst war die Matchuhr bei dieser Zeit stehengeblieben, nachdem nach einer Intervention Wilhelmssons gegen Kauppinen die Referees nochmals einen Freischlag zugunsten des Gastteams gepfiffen hatten; sie wurde dann aber vom Schiri-Duo um zwei Sekunden zurückgesetzt. Sie blieb dann allerdings erneut bei 59:59 stehen. In diesem Fall, weil ein langer Schlenzer Kauppinens nach Freischlag-Kurzpass seines Topscorers Larsson durch Freund und Feind hindurch und auch an UHCU-Keeper Alessio Mura vorbei zum 5:5-Ausgleich im Netz gelandet war und dem UHC Uster die gut dreieinhalbminütige Zusatzschicht aufs Auge drückte, bis dann Wilhelmsson in der Overtime den Arbeitstag der beiden Teams endgültig beendete.
UHC Uster – Kloten-Dietlikon Jets 6:5 n.V. (1:1, 2:1, 2:3, 1:0)
Buchholz, Uster. – Z: 287. – SR: Gilgen/Christen. – Tore: 6. Hüppi (Foelix) 0:1. 16. Lundgren (Pfister) 1:1. 23. Larsson (Mutter) 1:2. 26. Anis (Y. Klöti) 2:2. 37. Anderegg (Wilhelmsson) 3:2. 43. Anis (Anderegg) 4:2. 45. Mutter (Larsson) 4:3. 47. Anis (Wilhelmsson) 5:3. 50. Mutter (Larsson) 5:4. 60. (59:59) Kauppinen (Larsson) 5:5. 64. Wilhelmsson (Nivestam) 6:5. − Strafen: keine gegen Uster, 1 mal 2 Minuten gegen Jets. – Uster: Mura; Murer, Meier; Nivestam, Anderegg; Günthard, J.-L. Klöti; Pfister, Gervasoni, Lundgren; Y. Klöti, Wilhelmsson Anis; Knüsel, Chrétien, Franzen; Helbling, Zuppiger, Hug, Fischer. – 29. Lattenschuss Murer. 39. Pfostenschuss Anis. 41. Lattenschuss Nussbaumer (Jets). Jets von 59:04 bis 59:59 mit einem sechsten Feldspieler anstelle des Torhüters. 60. (59:35) Timeout Jets. Uster ohne Graf (verletzt). Anis zum Ustermer Best Player gewählt.










