Herren L-UPL
18.01.2026

L-UPL: AUF 40 MINUTEN GRUSEL FOLGTEN 20 MINUTEN ZAUBER

Nachdem der UHC Uster nach einem veritablen Horrorstart die ersten beiden Drittel des Gastspiels bei UH Basel Regio überhaupt nicht aus dem Strumpf kam, dreht er, angeführt von Topscorer Johannes Wilhelmsson, mit sechs Treffern im Schlussabschnitt die Partie und sichert sich in der spektakulären Schlussphase mit einem 8:7-Sieg die hinsichtlich der Playoffquali so wichtigen drei Punkte.

Es war einer jener Momente zum Abschluss des Mitteldrittels, die einem Team, das bislang ohnehin noch keinen Weg in die Partie hineingefunden hat, aber so richtig den Rest geben können. Die Ustermer wehrten sich in den beiden Schlussminuten generös gegen das Basler Powerplay, nachdem Timon Günthard den Heimteam-Topscorer Adam Lundgren etwas gar ruppig über die Bande befördert hatte. Genau eine (!) Sekunde vor der Sirene netzte dann jedoch Mike Gerber doch noch zur 6:2-Pausenführung für die Beppi ein und setzte damit einen sinnbildlichen Schlussstrich unter die ersten beiden Spielabschnitte, in denen sich die Zürcher Oberländer bisweilen wohl schlicht im falschen Film wähnten.

Es hatte schon ziemlich furchtbar begonnen für die Ustermer an diesem Abend in der Sporthalle Pfaffenholz à St-Louis. Der Minutenzeiger hatte noch keine ganze Umdrehung zurückgelegt, da lag man bereits mit zwei Toren im Hintertreffen. Und kurz nachdem Johannes Wilhelmsson knapp vor Ablauf der vierten Spielminute zumindest mal den ersten Ustermer Schuss aufs Basler Gehäuse abgefeuert hatte, erhöhte der Basel-Finne Kristian Lamminen auf 3:0. Nun zeigten die Zürcher Oberländer doch eine Reaktion. Erst flog ein Ball Albert Koskinens aus einem Gewühl vor dem Basler Tor an die Latte und später überstand man sogar eine 19sekündige Drei-zu-Fünf-Unterzahl in Folge von Bankstrafen gegen Fadri Burkhart und Koskinen. Selber war man im Powerplay erfolgreicher, indem Timon Anderegg kurz vor der Pause mit einem flachen Weitschuss den 1:3-Anschlusstreffer erzielte. Keeper Nicola Brütsch war mit einer Intervention eine halbe Minute später gegen Lamminen dafür besorgt, dass die Basler nicht noch einen vierten Treffer vor der Sirene bejubeln konnten.

Dies taten sie dann allerdings keine zwei Zeigerumdrehungen nach Wiederanpfiff. Es entwickelte sich ein Drittel, indem die Ustermer phasenweise im Minutentakt auf ihren Goalie Brütsch angewiesen waren, um von den Baslern resultatmässig nicht überfahren zu werden, selber hingegen nur vereinzelt halbwegs Gefährliches vor dessen Kontrahenten Claude Feigenwinter auf der Gegenseite kreieren konnten. Gegen Gerbers 5:1 war Brütsch jedoch machtlos, genauso wie gegen dessen bereits erwähnten Torerfolg zum 6:2, nachdem Wilhelmsson mit einem sehenswerten Hocheckschuss zeitweise wieder auf einen Dreitorerückstand hatte verkürzen können.

Viel Kredit hatte das Ustermer Team, in dessen Kabine es gemäss gut informierten Quellen während der Pause relativ laut geworden sei, bei Beginn des Schlussdrittels wohl bei den wenigsten der anwesenden Zuschauern in der Halle. Doch dann zelebrierten Simon Meiers Mannen von Beginn an über alle drei Linien ein konsequentes Forechecking, das per sofort den gewünschten Erfolg brachte. Nur gerade 66 Sekunden nach Wiederanpfiff hatten sich die Gäste durch Treffer von Koskinen und Wilhelmsson auf 4:6 herangearbeitet. Der Basler Coaching-Staff erkannte die drohende Gefahr und beorderte seine Akteure zum Timeout an die Spielerbank. Am frischen Wind in der Pfaffenholz-Halle änderte diese Massnahme allerdings überhaupt nichts. Vielmehr agierten die Beppi phasenweise fast schon etwas furchtsam angesichts des massiven Drucks, dem sie sich plötzlich ausgesetzt sahen, ähnlich einer verängstigten Mieze angesichts eines kläffenden Hunderudels. Entsprechend dünnhäutig reagierten sie auch in strittigen Szenen oder vermeintlich ungerechten Entscheiden der Referees. Bestes Beispiel war Basels Lamminen, der in Minute 48 wegen Reklamierens gleich eine Zehnminutenstrafe fasste, welche die Ustermer durch einen Hammer Wilhelmssons unter die Latte zum 5:6-Anschlusstreffer zu nutzen wussten. Der Nervosität des Heimteams war dies wenig zuträglich, und nur wenig später wanderte mit Patick Krähenbühl infolge Stockhebens gegen Marcel Arnet der nächste Beppi auf die Strafbank. Und auch dieses Powerplay vermochten die Zürcher Oberländer zu nutzen: Der im gegnerischen Torraum agierende Daniels Jānis Anis schloss die Ballstafette über die Stationen Yves Klöti, Wilhelmsson und Ted Nivestam mit dem 6:6-Ausgleichsstreffer ab.

Also alles wieder auf Null, sozusagen. Doch nicht für lange: Knapp zwei Minuten später düpierte der unwiderstehlich aufspielende Wilhelmsson Feigenwinter zwischen dessen den Beinen hindurch zu seinem vierten Treffer des Abends, gleichbedeutend mit der erstmaligen Führung der Zürcher Oberländer. Nun zeigten die Basler aber doch wieder so etwas wie Gegenwehr. Die grosse Chance, die Partie wieder auszugleichen, bot sich dem Heimteam in der 56. Minute, nachdem Nivestam im eigenen Torraum Gegenspieler Dennis Kramer mit einem heftigen Check zu Boden befördert hatte. Emanuele Pasotti setzte den Ball beim fälligen Penalty allerdings backhand an den Pfosten. In der Folge agierten die Basler mit einem sechsten Feldspieler anstelle von Keeper Feigenwinter, was anderthalb Minuten vor Spielende Noel Knüsel mit dem Treffer ins leere Tor zu nutzen wusste. Es handelte sich dabei einerseits um den ersten Torerfolg dieser Saison des Ustermer Duracell-Verteidigers, andererseits aber auch um einen äusserst wichtigen: Weil kurz nach einem Pfostentreffer Patrick Mendelins dann Alexander Rinefalk einen Abpraller  Brütschs auf einen Schuss Janne Jukkarinens noch zum Basler 7:8-Anschlusstreffer einnetzen konnte, erwies sich der Ustermer Emptynetter letztlich als Game-Winning-Goal.

Ein Blick auf die Tabelle nach dieser 17. Meisterschaftsrunde zeigt, wie wichtig dieser Erfolg für das Ustermer Playoffquali-Projekt ist. Die Zürcher Oberländer belegen nun mit 28 Zählern punktgleich mit dem fünftplatzierten FB Köniz Bern den sechsten Tabellenrang mit nun zehn Punkten Abstand auf den Strich, unter dem nun die Basler als neuer Leader des Playout-Quartetts klassiert sind.

 

UH Basel Regio – UHC Uster 7:8 (3:1, 3:1, 1:6)

Pfaffenholz, St-Louis. – Z: k.A. – SR: Gilgen/Christen. – Tore: 1. (0:14) Mendelin (Lundgren) 1:0. 1. (0:54) Lamminen (Palvaila) 2:0. 5. Lamminen (Rinefalk) 3:0. 19. Anderegg (Wilhelmsson) 3:1. 22. Junkkarinen (Roselli) 4:1. 32. Gerber (Junkkarinen) 5:1. 36. Wilhelmsson (Y. Klöti) 5:2. 40. (39:59) Gerber (Junkkarinen) 6:2. 41. (40:37) Koskinen (Pfister) 6:3. 42. (41:06) Wilhelmsson (Renner) 6:4. 49. Wilhelmsson (Anderegg) 6:5. 52. Anis (Nivestam) 6:6. 54. Wilhelmsson (Y. Klöti) 6:7. 59. (58:29) Knüsel (Pfister) 6:8. 59. (58:5) Rinefalk (Junkkarinen) 7:8. − Strafen: 2 mal 2 Minuten plus 1 mal 10 Minuten (Lamminen, unsportliches Verhalten) gegen Basel, 3 mal 2 Minuten gegen Uster. – Uster: Brütsch; Renner, J.-L. Klöti; Nivestam, Anderegg; Knüsel, Ledergerber; Pfister, Koskinen, Karlsson; Y. Klöti, Wilhelmsson, Anis; Burkhart, Hug, Arnet. Kuhn, Günthard, Schmid. – 9. Lattenschuss Koskinen. 42. Timeout Basel. 52. Pfostenschuss Wilhelmsson. 56. Pasotti (Basel) verschiesst Penalty. Basel ab 56:29 bei eigenem Ballbesitz mit einem sechsten Feldspieler anstelle des Torhüters. 59. Pfostenschuss Mendelin (Basel). Uster ohne Franzen, Hänseler, Fischer und Murer (alle verletzt) sowie Meier (krank). Wilhelmsson zum Ustermer Best Player gewählt.




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